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20160613 antonie mayrSage und schreibe einhundert Jahre ist Antonie Mayr alt geworden, auch wenn man ihr dieses hohe Alter nicht ansieht. 

Diesen denkwürdigen Geburtstag feierte die betagte Dame nicht nur im Kreise ihrer verbliebenen Familie und Freunde im Wertinger Seniorenzentrum St. Klara, sondern auch mit örtlicher Prominenz aus Politik, hiesiger Gastronomie und sozialen Einrichtungen. Antonie Mayr erhielt aber auch Gratulationsbriefe von keinem Geringeren wie dem Bundespräsidenten Joachim Gauck und dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer. Das sei auch für sie etwas Besonderes, sagte eine, die nach Bekunden von Pauline Wiesenmayer, stellvertretende Leiterin des Seniorenzentrums, „nach wie vor geistig topfit ist und voll am sozialen Leben teilnimmt, sie geht sogar noch allein ins Städtle.“ Dass das Gedächtnis noch gut funktioniert, stellte Antonie Mayr im spaßigen Verbalaustausch mit Alfred Schneid unter Beweis. Dieser vertrat Landrat Leo Schrell und überbrachte Antonie Mayr auch seine persönlichen Glückwünsche. „Den kenn‘ ich schon, als er noch ein kleines „Biable“ war“, äußerte sie sich verschmitzt über ihn. Außerdem habe sie vor langer Zeit zum damaligen Nachbarssohn Schneid gesagt, „Schneidle, jetzt roichts“, als dieser Ihrer Meinung nach nicht mehr aufhören wollte zu wachsen. Dieser lachte und nahm’s mit Humor, hat er derzeit ja selbst schon die 60 überschritten. Auch als Wertingens Bürgermeister Willy Lehmeier mit einem großen Geschenkkorb unterm Arm im Namen der Stadt gratulierte, fragte sie trocken, ob die Stadt denn so viel Geld dafür gehabt habe? Lehmeier reagierte genauso trocken und konterte: „Wir haben gespart.“ Die Lacher der übrigen Gratulanten blieben da nicht aus. 

Antonie Mayr kann aufgrund dieses denkwürdigen Alters mit weiteren ungewöhnlichen Zahlen aufwarten: sie ist unter anderem seit 66 Jahren Mitglied beim VdK und seit 25 Jahren bei der AWO. Vertreter beider Vereine gratulierten der Seniorin. Ebenso ließ es sich Gastwirt „Phillipo“ von der Pizzeria Romana nicht nehmen, seiner „ältesten Kundin“ persönlich ein Geburtstagsgeschenk zu überbringen.
Antonie Mayr, als jüngstes von sechs Geschwistern am 9. Juni 1916 in Hirschbach geboren, ist der Region immer treu geblieben. Ohne Ehemann, der im Krieg 1942 als vermisst gemeldet wurde, schaffte sie es zur damaligen Zeit als alleinstehende Frau für sich und Sohn Walter in der Laugnastraße eine dauerhafte Bleibe zu finanzieren. Sie kaufte sich ein Grundstück und erbaute darauf ein Haus. „Ich hab‘ in der Molkereigenossenschaft Wertingen gearbeitet und sehr gespart.“ 1963 sei man ins eigene Heim eingezogen, erinnerte sich Sohn Walter. Erst im April 2014 quartierte sich die 100-jährige ins Seniorenzentrum ein, wo sie sich seitdem im Alltag unterstützen lässt, ihre Selbstständigkeit aber nicht aufgegeben hat. Gefragt, was sie am liebsten esse, meinte sie nur: „Trockenes Brot“. Vielleicht liegt ja darin ihr Geheimnis, 100 Jahre alt geworden zu sein?