Wertingen

Schriftgröße:  Größer Original Kleiner

Bereichsnavigation, Adresse

Kontakt Stadt Wertingen

Schulstr. 12
86637 Wertingen
Tel.  0 82 72 / 84-0
Fax. 0 82 72 / 84-469

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag:
8.00 - 12.00 Uhr

Donnerstag:
14.00 - 18.00 Uhr

Inhalt

Aktuelles

Immer auf dem neuesten Stand der Geschehnisse in Wertingen.

Rathaus Wertingen

Gebäude Wertinger ZeitungAusgangspunkt: Die Wertinger Zeitung als Regionalausgabe der Augsburger Allgemeinen hat etwa 5000 Abonnenten, von denen ca. 1300 im Landkreis Augsburg (früher Landkreis Wertingen) leben.

Wie erst jetzt durchsickerte, sollen diese 1300 Abonnenten schon in wenigen Tagen, ohne auch nur vorher informiert oder gar gefragt worden zu sein, nicht mehr die Wertinger Zeitung, sondern die Augsburger Regionalausgabe zugestellt bekommen. Durch diese Zwangsmaßnahme wäre das Verbreitungsgebiet der Wertinger Zeitung erheblich eingeschränkt; ferner wäre das Blatt sowohl für Leser als auch für Inserenten deutlich weniger interessant und es wäre wohl nur eine Frage der Zeit, bis die Wertinger Zeitung insgesamt eingestellt und die restlichen Abonnenten auf die gleiche rücksichtslose Weise der Donauzeitung zugeschlagen werden.

Bereits der nun anstehende erste Schritt stellt eine erhebliche Schwächung des Lebens- und Wirtschaftsraums Wertingen dar. Die Wertinger Zeitung ist nämlich von existentieller Bedeutung für den in vielen Jahrzehnten gewachsenen Wirtschaftsraum, der zwischen dem Landkreis Dillingen und dem Ballungszentrum Augsburg liegt. Der Stadtrat hat hierzu in seiner Sitzung am 04.10.2011 eine Resolution verabschiedet:

Die Wertinger Zeitung ist eine wichtige Klammer für die Region Wertingen und stellt ein Bindeglied zwischen dem Landkreis Dillingen, zu dem das Verbreitungsgebiet überwiegend gehört, und dem Landkreis Augsburg (Lechtal, Laugnatal und oberes Zusamtal) dar. Dabei handelt es sich nicht um Nostalgie, sondern um einen lebendigen Lebens- und Wirtschaftsraum, der auf Kontakte in beide Richtungen existentiell angewiesen ist.

Institutionen wie das Kreiskrankenhaus Wertingen, das Gymnasium Wertingen, die niedergelassenen Fachärzte, aber auch der gewerbliche Bereich und insbesondere der Einzelhandel sind von ihren Patienten, Schülern und Kunden im Landkreis Augsburg abhängig. Aber auch das Vereinsleben vom Sportschützengau Wertingen bis hin zur Musikschule lebt von der Zusammengehörigkeit dieses Raumes. Gerade das rege Vereinsleben und der gesamte kulturelle Bereich  profitieren von der eingehenden Berichterstattung in der WZ.

Die Zuordnung der Leser zu entweder der Donauzeitung oder dem Landboten würde alle gewachsenen Zusammenhänge willkürlich zerschneiden und somit trennen, was zusammengehört.

Ohne die Abonnenten im Landkreis Augsburg wäre die Wertinger Zeitung eines überaus wichtigen Einzugsbereichs beraubt und schon auf absehbare Zeit nicht mehr lebensfähig.
 
Es stünde einem Pressekonzern, der von der Information der Öffentlichkeit lebt, im übrigen auch gut an, wenn er Heimlichtuerei meidet und dieselbe Transparenz, die er von politischen Gremien immer wieder zu Recht einfordert, auch selbst praktiziert, insbesondere in Fällen, in denen eigene unternehmerische Entscheidungen erhebliche Auswirkungen auf die Allgemeinheit haben.

Wir scheuen das Licht der Öffentlichkeit nicht und erheben unsere Forderung schon jetzt und nicht erst dann, wenn das Ende der Zeitung nach schrittweisem Zurechtstutzen ihres Verbreitungsgebiets unausweichlich ist. 

Dieser klammheimliche und schon deswegen unfaire Angriff gegen vitale Interessen des Wertinger Raumes ist der eine Skandal. Hinzu kommt aber ein weiterer, genauso ärgerlicher und für ein Presseorgan beschämender Skandal:

In der Stadtratssitzung vom 4. Oktober, bei der mit den Herren Herdin und Wandschneider zwei führende Vertreter der Redaktion der WZ persönlich anwesend waren, stand das Thema WZ im Mittelpunkt der öffentlichen Sitzung. Gegen nur eine Stimme (Stadtrat Seefried, der die Aktion wegen nur einiger weniger Arbeitsplätze für überflüssig hielt), beschloss der Stadtrat eine Resolution, die den Pressevertretern ausgehändigt wurde.

Vom Verlauf und Ergebnis dieses Themas findet sich in der Berichterstattung der WZ kein Wort. Dies bedeutet: Eine Zeitung, die mit dem Anspruch antritt, ihre Leser über die wesentlichen Ereignisse in ihrem Einzugsgebiet umfassend zu informieren, verhängt eine totale Nachrichtensperre, wenn es um ihr eigenes Geschäftsgebaren geht, von dem aber Tausende Bürger betroffen sind.

Aber es kommt leider noch schlimmer: Um auf den Sachverhalt, auf die drohende Gefahr und auf die Folgen für die Bürger aufmerksam zu machen, versuchte die Stadt Wertingen, den Wortlaut der Stadtratssresolution bei der WZ als bezahlte Anzeige zu veröffentlichen. Dies wurde – vermutlich auf Druck von oben – verweigert! Dies bedeutet, dass die Augsburger Allgemeine ihre faktische Monopolstellung dazu ausnutzt und missbraucht, der Bevölkerung gezielt wesentliche Informationen vorzuenthalten. Dies erschüttert die Glaubwürdigkeit dieses Pressekonzerns zutiefst, ist eine besonders eklatante Form von Zensur durch die Presse selbst und kann nicht anders als Pressediktatur bezeichnet werden. Selten wohl ist eine Zeitung so arrogant mit dem berechtigten Informationsinteresse ihrer Leser umgegangen. Einer Kommune wird in rechtsstaatswidriger Weise das selbstverständliche Recht abgesprochen, ihre Bürger zu informieren.

Bedanken möchte ich mich schon jetzt für die eingegangenen 1.941 Unterschriften, die sich gegen eine Umstrukturierung aussprechen.