Hohenreicher Wehr brennt für gutes Gelingen der 150-Jahr-Feier mitsamt einem Patenbitten
„Das wird eine ganz tolle Nummer“, sagen mit Begeisterung der erste Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr von Hohenreichen, Andreas Leichtle, der Kommandant der Wehr, Michael Humbauer und Kassierer, Johannes Schuster. Die Rede ist von der Nummer „150“ und gemeint ist das 150ste Jubiläum des Feuerwehrvereins. Alle drei brennen im wahrsten Wortsinn für ein perfektes Gelingen der Feierlichkeiten im kommenden Juli. Schon seit Monaten und Wochen planen und organisieren sie die Feier, die vom 09. Juli bis einschließlich den Sonntag, 12. Juli dauert. Eigens dafür wurde Schuster zum Medienbeauftragten ernannt, der nun dafür sorgt, dass jeder im Ort, in Wertingen und in der gesamten Region von dem aufwändig geplanten Fest erfährt. Die Drei empfehlen bereits heute schon: „Einfach den QR-Code scannen und sich über die Angebote und Veranstaltungen an den vier Tagen informieren.“ Insbesondere auf das Konzert am Freitag, den 10. Juli, verweisen sie. „Eine weitere tolle Nummer wird der Auftritt der bekannten Band „Die Draufgänger“ sein, wer sich für Alpenrock begeistert, sollte mit dem Kartenkauf nicht lange warten“, empfehlen die drei Feuerwehrmänner unisono. Sie freuen sich, dass es ihnen gelungen ist, die bekannten vier jungen Männer aus dem Nachbarland Österreich für das Fest in Hohenreichen engagiert zu haben. „Das Konzert der Vier könnte für Fans auch ein perfektes Geschenk sein“, schlagen sie vor und die Freude über dieses Engagement ist ihnen anzusehen.
Überhaupt sprühen in Sachen Jubiläum im Wortsinn die Funken über vor lauter Ideenreichtum, den die drei Mitglieder des Festausschusses an den Tag legen. Denn nicht nur die 150-Jahr-Feier selbst will bis ins Detail organisiert sein, sondern es gibt im Vorfeld des Fests auch eine Auftaktveranstaltung bereits Anfang Mai. Leichtle erklärt: „Das zugehörige sogenannte Patenbitten halten wir am Wertinger Marktplatz am 9. Mai um 18 Uhr ab, jeder der mag, kann das mit verfolgen.“ Sagts und lacht dabei. Denn das Patenbitten hört sich zwar ernst an, ist aber nicht ganz so ernst gemeint. Leichtle, Humbauer und Schuster berichten, der Ursprung des Brauchs „Patenbitten“ sei im Kontext des bayerischen Vereinslebens und der Tradition der Fahnenweihen verwurzelt. Im Internet gebe es viele übereinstimmende Erklärungen, aus denen die Drei zitieren: „Besonders Freiwillige Feuerwehren, Schützenvereine oder Maibaum-Vereine pflegen diesen Brauch, wenn sie ein Jubiläum feiern oder eine neue Fahne anschaffen.“ Dabei übernimmt ein anderer Verein als „Patenverein“ die Patenschaft für die Fahne und den Verein. Eines sei beim traditionellen Ritual laut Leichtle wohl immer gleich: „Die bittenden Vereinsmitglieder müssen kniend und oft auf einem speziell angefertigten Holzscheitel oder Schemel um die Patenschaft bitten.“ Dieser Tradition wollen auch die Feuerwehrler von Hohenreichen folgen: „Damit können wir dieses schöne Brauchtum ins Wertinger Städtle bringen und öffentlich sichtbar machen, dass so eine Veranstaltung auch den Zusammenhalt und die Freundschaft zwischen den Wehren festigt.“ Desweiteren sei dies eine Möglichkeit darauf hinzuweisen, „dass unsere Feuerwehren an 365 Tagen und 24 Stunden immer im Einsatz sind.“ Denn nicht nur wenn es brennt, sind die allseits bekannten Sirenen zu hören, sondern auch, „wenn ein Verkehrsunfall passiert ist oder wenn Hochwasser ist.“ Und wer sperrt bei Feierlichkeiten wie einem Fronleichnamsumzug die Straßen ab? Die Feuerwehr. Wer holt die Katze vom Baum? Auch die Feuerwehr. Selbst als Ersthelfer sind häufig die Männer und Frauen der Feuerwehren im Einsatz. Humbauer versichert: „Wir haben vergangenes Jahr 25 Übungen abgehalten, angefangen vom Erste-Hilfe-Einsatz bis hin zum Kaminbrand, unsere Mannschaft wird in allen Bereichen stetig weitergebildet.“ Und auch deshalb sagen die Drei über die bevorstehenden Veranstaltungen: „Wenn wir mit unserem Fest und dem Patenbitten die Menschen zum Mitmachen bei den Feuerwehrvereinen inspirieren könnten, wäre das auch ‚eine tolle Nummer‘ für uns.“
Zurück zum Patenbitten am 9. Mai. Los gehe es in der Wertinger Innenstadt am Zusamkreisel, wo sich die Hohenreicher Wehr sammelt und, von der Blaskapelle „Was wois I“ begleitet, bis zum Wertinger Marktplatz marschiert. „Dort erwarten uns dann bereits die Wertinger Feuerwehr-Kameraden.“ Dass das ganze Spektakel auch zur amüsanten Unterhaltung der teilnehmenden Bevölkerung dienen kann, wird schnell klar, als Leichtle und seine Kameraden mit viel Augenzwinkern aus den Patenbitten aus der Vergangenheit berichten. „Letztes Jahr wurden wir von der Frauenstetter Wehr gebeten, die Patenschaft zu übernehmen, da haben wir uns schon Einiges einfallen lassen.“ Sagts und grinst spitzbübisch. „Meist wird die Teamfähigkeit und der Zusammenhalt der Wehr getestet.“ Als Beispiele nennt Leichtle, man müsse sich auf die Schnelle ein Gedicht ausdenken, mit dem Strahlrohr einen Luftballon aufblasen und zum Platzen bringen oder im Team Eier jonglieren. „Die Frauenstetter waren mit einem Fahrrad mit verkehrt aufgeschraubtem Lenker gefordert und sie mussten mit den Wasserschläuchen Holzkegel treffen.“ Die Lacher auf Seiten des Publikums waren garantiert. Insofern sind die Hohenreicher Feuerwehrkameraden jetzt schon gespannt, mit welchen Aufgaben die Wertinger Feuerwehrler sie überraschen werden, sagen sie und schmunzeln. Wenn alle Aufgaben zur Zufriedenheit des Patenvereins ausgeführt werden, wird die Zusage mit einem „Ja“ und meistens mit einer anschließenden Feier besiegelt. Doch bei all den noch bevorstehenden Aufgaben für das Patenbitten bis hin zum ersten Auftakt des 150-Jahr-Fests, erwähnen Leichtle, Humbauer und Schuster noch eine Bitte: „Jeder und Jede, die Zeit haben und uns bei den Vorbereitungen und beim Fest helfen mögen, sind herzlich willkommen.“
Infos:
9. Mai 2026 – Patenbitten in Wertingen, Marktplatz, um 18 Uhr
09.07.2026 – Politischer Abend
10.07.2026 – Alpenrock mit „Die Draufgänger“
11.07.2026 – Kinder- und Familientag mit Festakt
12.07.2026 – Festsonntag und großer Umzug
Alle weiteren Informationen unter www.feuerwehr-hohenreichen.de
Bildtext:
Große Banner sind inzwischen an vielen Stellen in der Region aufgestellt worden, sie weisen auf die 150-Jahr-Feier der Freiwilligen Feuerwehr von Hohenreichen hin. Am Ortsrand von Hohenreichen haben Kommandant Michael Humbauer (am Lenkrad) und erster Vorsitzender, Andreas Leichtle sich für das Foto dazu positioniert. (Foto: Ulrike Hauke)
