Ein Lehrgang durch die Natur

Ein Lehrgang durch die Natur

 

Eine Führung der besonderen Art erhielten einige der Wertinger Stadtträte und Alexandra Killisperger, Wirtschaftsförderin der Stadt, von Tobias Munz. Munz betreibt zusammen mit seiner Familie, sechs Mitarbeitern und abwechselnd vielen Saisonarbeitskräften eine Baumschule und bietet Gartenarbeiten aller Art an. Die StadtbesucherInnen trafen sich am vorderen Teil der rund 5 000 Quadratmeter großen Anlage mit Verkaufshäuschen samt Geldbüchse am Eingang. „Das haben wir noch nicht so lange“, erklärt Munz und zählt auf, was sich die Kundschaft 24 Stunden lang in dem Holzhäuschen abholen können: „Neben Vogelhäuschen und Wildbienenhotels auch Apfelsaft und Blumenzwiebeln.“ Er vertraut auf die Ehrlichkeit der Leute. Überhaupt präsentiert sich der gelernte Gärtnermeister und Baumspezialist sehr geerdet und naturbewusst. „Wir vermeiden auf allen Feldern die wir in Wertingen und diversen Pachtflächen versorgen und bewirtschaften, also auf rund 3,5 Hektar, sowie in den Gewächshäusern auf jegliches Spritzmittel.“ Er arbeite lieber mit Nützlingen, wie die Maikäferlarve, der Florfliege oder mit Nematoden. Unter anderem bei seinen 75 Rosensorten kommen die millimeterkleinen bis kaum sichtbaren Gartenhelfer zum Einsatz.

Munz erinnert sich noch gut an seine Anfänge 1989: „Mit 21 Jahren habe ich meine Baumschule mit dem Angebot an Gartenarbeiten gegründet.“ Standort damals wie heute: entlang am Eisenbach am Wertinger Ortsrand. Er erklärte, zu den Arbeiten in einem Garten gehörten neben Anpflanzungen wie Rasen, Bäume oder Sträucher und deren Pflege, auch Pflasterarbeiten und das mit detaillierter Planung sowie kompletter Ausführung. Das Herz von Tobias Munz gehört aber seiner Baumschule. Das betonte auch die stellvertretende Bürgermeisterin Christiane Grandé, die den Rundgang begleitete. „Ihr Wissen ist beeindruckend, Sie kennen jedes Gehölz und jeden Baum mit seinem lateinischen und seinem herkömmlichen Namen, man spürt ihre Leidenschaft für Ihren Beruf.“ Die übrigen Stadtvertreter stimmten zu, Munz wisse vom ersten kleinen grünen Blättchen alles bis hin zum ausgewachsenen Baum. Dieser berichtete: „Derzeit habe ich circa 2 000 Obstbäumchen in meiner Plantage stehen, die Planung hierfür muss für fünf Jahre durchdacht sein.“ Insgesamt habe er circa 2 500 verschiedenen Bäume und Sträucher in seinem Betrieb zu versorgen und zu überwachen. Seltene Exemplare, wie der Urweltmammutbaum oder ein stacheliges Exemplar, genannt  Christusdorn (Gleditsia triacanthos), ist auf dem weitläufigen Areal genauso vertreten, wie alltägliche Sträucher oder Gehölze. Zum Abschluss der knapp zweistündigen Führung bedankten sich die Frauen und Männer vom Wertinger Stadtrat beim Betriebschef für die unterhaltsame und lehrreiche Führung durch die Baumschule Munz.

Text und Foto: Ulrike Hauke

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