Fortbildungskurs für schwäbische Archivbetreuer in Wertingen
Trunkelsberg, Affing, Sonthofen, Bonstetten – die Herkunftsorte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer am diesjährigen Wertinger Archivkurs klingen wie eine Rundreise durch den gesamten Regierungsbezirk Schwaben. Zum 10-jährigen Jubiläum des Kurses für Archivbetreuer in Gemeinden, Märkten und Städten hatten das Staatsarchiv Augsburg, die Bezirksheimatpflege Schwaben und die Stadt Wertingen geladen. Wie in den vergangenen Jahren wurde die Fortbildungsveranstaltung wieder von der VR Handels- und Gewerbebank finanziell unterstützt. Die Tagungsleitung hatten Bezirksheimatpfleger Christoph Lang und der Direktor des Staatsarchivs Augsburg Dr. Thomas Engelke inne.
Die Resonanz war erneut beeindruckend: Aus ganz Schwaben waren insgesamt 25 Teilnehmer angereist, die sich in ihren Heimatorten um die lokalen Archive kümmern. Im Namen der Stadt Wertingen begrüßte 2. Bürgermeisterin Christine Grandé die Gäste und bedankte sich für deren wichtigen Beitrag zur Erhaltung von bedeutendem Kulturgut.
Wer bei Archiven an verstaubte Akten denkt, unterliegt einem gewaltigen Irrtum. Dies wurde im Vortrag von Fabian Theurer (Stadtarchiv Augsburg) deutlich: Viele Verwaltungen arbeiten zunehmend mit digitalen Daten, deren Archivierung neue Herausforderungen mit sich bringt. Denn die heute gängigen Dateiformate und Programme werden schon in wenigen Jahren nicht mehr benutzbar sein. Auch rechtliche Fragen beschäftigten die Teilnehmenden. Rainer Jedlitschka (Staatsarchiv Augsburg) erklärte, wie wichtig die Einhaltung von Schutzfristen, gerade bei persönlichen Daten, in der Archivarbeit ist.
Janine Watzek (Staatsarchiv Augsburg) führte in die Grundlagen der Archivarbeit ein: Welche Arten von Archiven gibt es? Was sind ihre Aufgaben? Welche Maßnahmen müssen zur Bestandserhaltung ergriffen werden? Auch hier wurde deutlich, dass verstaubte Akten im Archiv dank guter Bestandssicherung keine Option sind. Denn säurefreie Umschläge und Kartons schützen das Archivgut vor schädlichen Faktoren wie Insekten, Licht – und vor Staub.
Bezirksheimatpfleger Christoph Lang nutzte seinen Vortrag zur Information sowie zum Apell. In einer sich schnell wandelnden Welt ist es wichtig, in einem Archiv aussagekräftige Unterlagen (Flyer, Plakate, Festschriften usw.) zu sammeln, die unsere heutige Zeit dokumentieren. Corinna Malek-Wagner (Bezirksheimatpflege Schwaben) befasste sich mit dem wichtigen Thema der Inventarisierung, Konservierung und Archivierung von Fotos. Ein Rundgang durch die Räumlichkeiten des Stadtarchivs Wertingen unter Leitung von Anton Stehle und Dr. Johannes Mordstein schloss den Archivbetreuerkurs ab.
