Alte Spielsachen – eine Ausstellung des Heimatmuseums Wertingen
Was haben Max und Moritz mit alten Getreidesäcken zu tun? Auf den ersten Blick nichts. Anders stellt sich dies in den Räumen des ehem. Amtsgerichts (Schulstr. 10) in Wertingen dar: Derzeit werden im 2. Stock alte Getreidesäcke ausgestellt. Wie fast jeder weiß, haben sich Wilhelm Buschs Figuren Max und Moritz durch den Schlot des Backhauses gezwängt und sind in der Mehlkiste gelandet. Dieses Mehl wurde mit Sicherheit zuvor aus Getreide gewonnen, das in Getreidesäcken abgefüllt war.
Neben der Ausstellung der Getreidesäcke befindet sich seit ein paar Tagen die neue Ausstellung „Alte Spielsachen“. In einer gläsernen Vitrine werden neben einer Vielzahl von Steiff-Stofftieren auch Max- und Moritz-Figuren von Steiff präsentiert. Wodurch wir nun den Zusammenhang geklärt hätten.
Auf Initiative des leider viel zu früh verstorbenen Museumsleiters Cornelius Brandelik organisierte die ehrenamtliche Mitarbeiterin des Heimatmuseums Irene Wimmer die kleine Spielsachenausstellung. Sie setzte damit ihre Abschlussarbeit zur Weiterbildung „Museumspädagogik“ in die Tat um. Unterstützt von ihren Kolleginnen und Kollegen von Museum und Archiv wurden drei Räume im Amtsgericht liebevoll gestaltet: Ein altes Schulzimmer und je ein Raum mit Mädchen- bzw. Jungen-Spielzeug laden zum Besuch ein.
Die Spielsachen sind teilweise Eigentum des Heimatmuseums bzw. Leihgaben von Privatpersonen. Durch Zufall konnte der Kontakt zu Alexandra Hartl aus Hohenreichen hergestellt werden. Ca. 80 % der ausgestellten Exponate stammen aus ihrem Besitz. So stellte sie z. B. einen Kaufladen und eine Puppenküche zur Verfügung. Weitere Leihgaben stammen von Herbert Ertl, Michael Humbauer, Christine Vogt und Christine Pilz.
Ältere Menschen werden staunen, wenn sie Spielzeug aus ihrer Kindheit entdecken: „Damit habe ich auch gespielt, so etwas hatte ich auch“. Heutige Kinder dagegen können sich oft nicht vorstellen, wie die Großeltern damit gespielt haben.
Im Gegensatz zu vielen anderen Ausstellungen kann ein Großteil der Objekte angefasst werden. Es gibt auch eine Spielecke, u. a. mit einer Rennbahn.
Die Ausstellung kann erstmals am Sonntag, 23. August, zwischen 14 und 16 Uhr besucht werden. An allen darauffolgenden Sonntagen bis zum 25. Oktober können die Spielsachen von 14 bis 16 Uhr bestaunt werden. Gerne können Sondertermine für Gruppen und Familien mit Irene Wimmer (Tel. 08272/5614) vereinbart werden. Eintritt frei. Evtl. wird die Spielsachen-Ausstellung im Frühjahr 2027 nochmals gezeigt.




