Die Heimat im Herzen – Museumsleiter Cornelius Brandelik verstorben
Das Ehrenamt des Wertinger Museumsleiters war maßgeschneidert für Cornelius Brandelik: Der gebürtige Wertinger war tief in seiner Heimatstadt verwurzelt. Wie kaum ein anderer kannte er die Geschichte der Zusamstadt und der dort lebenden Menschen. Zudem war der gelernte Kirchenmaler fasziniert von historischen Objekten. Mit Begeisterung erforschte er die Geschichten, die alte Dinge erzählen. Dem Realschullehrer mit jahrzehntelanger Erfahrung war es ein großes Anliegen, komplexe Sachverhalte allgemeinverständlich zu vermitteln. Und auch die unvermeidliche Verwaltungsarbeit, die die Leitung eines Heimatmuseums mit sich bringt, war ihm von seiner Tätigkeit als Konrektor der Realschule Wertingen gut vertraut.
Daher musste Cornelius Brandelik nicht lange überlegen, als er 2015 gebeten wurde, die Nachfolge des langjährigen Museumsreferenten Alfred Sigg anzutreten. Mit großer Tatkraft und Freude an der Arbeit übernahm er dieses Ehrenamt. In den elf Jahren seiner Museumsleitung gelang es ihm, zahlreiche Projekte erfolgreich in die Tat umzusetzen: In der Zeitungsartikelserie „Mitarbeiter des Heimatmuseums stellen ihre Lieblingsobjekte vor“ beleuchtete er interessante Museumsobjekte und die mit dem Museum verbundenen Menschen. Fortgesetzt wurde diese Serie durch das „Objekt des Monats“, das im monatlichen Wechsel im Eingangsbereich des Wertinger Schlosses zu bestaunen ist. Unermüdlich recherchierte Brandelik die Geschichte dieser Schätze und entriss sie in Zeitungsartikeln der Vergessenheit.
Einen Höhepunkt seines Wirkens stellt der „Zeitstrahl Wertingen“ dar, der maßgeblich von ihm in die Tat umgesetzt wurde: In der modern gestalteten und überregional anerkannten Dauerausstellung erzählen ausgewählte Museumsobjekte die Geschichte der Stadt Wertingen. Während seiner Amtszeit entstanden zudem neue Ausstellungsvitrinen über die Geschichte des Wertinger Schlosses, das Kriegsende in Wertingen und das Gefecht von Wertingen 1805.
Auch die museale Alltagsarbeit kam bei Cornelius Brandelik nicht zu kurz. Zusammen mit seinem Team führte er die EDV für die Inventarisierung ein. Die Datenbank des Heimatmuseums umfasst mehrere Tausend Objekte, die mit großer Akribie erfasst und beschrieben wurden. Selbstverständlich hatte Cornelius Brandelik immer ein offenes Ohr, wenn Wertinger Bürgerinnen und Bürger dem Heimatmuseum historische Objekte als Schenkung zukommen lassen wollten.
Seine pädagogischen Fähigkeiten konnte er in den von ihm initiierten Mitmachstationen des Museums einbringen: In diesen Stationen können Kinder selbst Hand anlegen. Auf diese Weise lernen sie viel über das Leben in vergangenen Zeiten.
Eine besondere Freude war es ihm, dass er eine stattliche Anzahl von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für die Mitarbeit im Heimatmuseum gewinnen konnte. Dank dieses aktiven Helferkreises können alle Anfragen für Stadt- und Museumsführungen positiv beantwortet und immer wieder Sonderausstellungen realisiert werden. Cornelius Brandelik genoss es sichtlich, sich im Kreis Gleichgesinnter für seine große Leidenschaft, die Geschichte Wertingens und das Heimatmuseum, zu engagieren.
Unerwartet ist Museumsleiter Cornelius Brandelik vor wenigen Tagen im Alter von knapp 70 Jahren verstorben. Die Lücke, die er im Heimatmuseum Wertingen und in der Stadt Wertingen hinterlässt, wird bleiben.
