Stadtrat zu Besuch bei Familie Deisenhofer in Hirschbach
Am 27. Juni besuchten der Bürgermeister sowie die Mitglieder des Wertinger Stadtrats den landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Deisenhofer in Hirschbach. Die Familie hieß die Delegation herzlich willkommen und gewährte im Rahmen einer ausführlichen Führung spannende Einblicke in ihren modernen und vielseitig aufgestellten Betrieb.
Im Mittelpunkt des Besuchs stand die Besichtigung des neu errichteten Milchviehstalls, der am Ostermontag 2026 offiziell bezogen wurde. Der hochmoderne Stall bietet Platz für bis zu 200 Kühe und beeindruckt mit seinen großzügigen Maßen von 72 x 42 Metern. In einem zusätzlichen Anbau befinden sich unter anderem der Technikraum, der Milchtank, Büro- und Sozialräume.
Es handelt sich um einen Außenklimastall. Dieser ist als sechsreihiger Laufstall mit jeweils drei Doppelreihen an Liegeboxen und 4 Laufgängen konzipiert. Eine Kassettendecke mit 15 Zentimetern Dämmung sorgt für ein angenehmes Stallklima. Besonders hervorzuheben ist, dass auf dem Betrieb bereits seit 1995 keine Tiere mehr angebunden sind – ein Prinzip, das selbstverständlich auch im neuen Stall konsequent umgesetzt wird. Die Kühe können sich frei bewegen und jederzeit den angrenzenden Laufhof mit Außenliegeboxen, Bürsten und – künftig – Beschattung nutzen.
Durch die guten Tierwohlbedingungen im neuen Milchviehstall, konnte der Betrieb eine Zertifizierung nach HF 3 erreichen.
Aktuell umfasst der Bestand 132 Fleckviehkühe, von denen rund 120 in Milch stehen. Auch im Bereich Tierhaltung setzt der Betrieb auf moderne und umweltbewusste Lösungen: Kot und Harn werden getrennt erfasst, um Gerüche zu minimieren. Die Liegeflächen sind als Tiefboxen mit Kalk/ Stroh Matratze ausgestattet, was sowohl dem Tierwohl als auch der Hygiene zugutekommt. Für den Abkalbebereich, wird ausschließlich Stroh verwendet. Die Herde soll künftig auf bis zu 180 Tiere wachsen, wobei die Tiere zunächst regional zugekauft und später weitgehend aus eigener Nachzucht stammen werden.
Für die Milcherzeugung stehen vier moderne Melkroboter zur Verfügung, die von den Tieren eigenständig, alle sechs Stunden aufgesucht werden können. Ein intelligentes Steuerungssystem regelt zudem automatisch Belüftung, Beleuchtung und Beschattung des Stalls. Je nach Windrichtung und Witterung können die Seitenwände – sogenannte Curtains – angepasst werden, was nicht nur das Stallklima verbessert, sondern auch die Geruchsentwicklung reduziert.
Ein weiterer wichtiger Aspekt des Betriebs ist der geschlossene Kreislauf: Neben der Milchviehhaltung gehören auch Ackerbau, Grünland, Forstwirtschaft, eine Biogasanlage und PV-Anlagen zum Hof. Die Acker- und Grünlandflächen, dienen der Futtermittelerzeugung. Der Familienbetrieb wird als GbR von Josef und Josef sen. Deisenhofer geführt, unterstützt von Benedikt Deisenhofer sowie saisonal von fünf Minijobbern.
Die Energieversorgung erfolgt nachhaltig über eine Photovoltaikanlage mit 100 kW Leistung sowie über die eigene Biogasanlage. Ergänzt wird dies durch einen Energiespeicher mit 200 kW. Über die Biogasanlage werden nicht nur der eigene Hof, sondern auch rund 30 Haushalte in Hirschbach mit Wärme versorgt – ein weiterer Beitrag zur regionalen Nachhaltigkeit.
Die Vertreter der Stadt Wertingen zeigten sich beeindruckt von der Innovationskraft und dem Engagement der Familie Deisenhofer. Der Betrieb gilt als gelungenes Beispiel dafür, wie moderne Landwirtschaft, Tierwohl und Nachhaltigkeit erfolgreich miteinander verbunden werden können.
Bildtext:
Familie Deisenhofer mit den politischen Vertretern der Stadt Wertingen.
